NAD M10v2: „ein wirklich vielseitiges, hochwertig klingendes Gerät“

21. Februar 2022

NAD M10v2: „ein wirklich vielseitiges, hochwertig klingendes Gerät“

Das Online-Magazin fairaudio.de testet im Februar 2022 den kompakten Streaming-Vollverstärker NAD M10v2:

„Um die Zusammenfassung voranzustellen: Der M10 V2 klingt sehr hochwertig und hat sich seine Mitgliedschaft in der NAD-Masters-Serie absolut verdient. Er verlässt den Weg der goldenen Mitte maximal um Zentimeter, es lässt sich also sagen, dass er insgesamt doch ziemlich auf tonale Neutralität bedacht ist. Dennoch sind leichte Tendenzen zu ‚gefälligem Klang‘ auszumachen, die im Folgenden etwas genauer dargestellt werden.

Höhenlagen
Die Höhen sind nicht überbordend und nicht britzelnd, und deshalb wird die leicht ‚belegte‘ Mischung des Waits-Albums auch nicht konterkariert, wie es auf minimal aufgekratzteren Geräten wie dem Cambridge Audio EVO 150 geschehen kann. Die tonale Perkussion zu Beginn von ‚Black Box Theme‘ gerät nicht zu aufdringlich, sondern ein Stückchen entschärft. Die NAD-Ingenieure scheinen mir den M10 V2 in den Höhen ganz behutsam in Richtung Geschmeidigkeit gelenkt zu haben, damit nicht der Eindruck entsteht, das Gerät sei ‚kalt‘. Der ‚britische Klangduktus‘ ist also zu erkennen, aber nicht stark ausgeprägt.

Mittelton
Ähnlich verhält es sich in anderen Frequenzbereichen: Die unteren Mitten zeigen eine ganz leichte Tendenz zum trockenen und holzigen Spiel, was den über den NAD M10 V2 gehörten Produktionen eine gewisse Ernsthaftigkeit verleiht. […] Die Hochmitten spielen nicht ’streng‘, sondern eher mit etwas zurückhaltenderem Pegel. Im Vergleich mit den umgebenden Frequenzbändern erklärt das die vornehm-dezente Note, die beim NAD auszumachen ist. Ich will aber erneut daran erinnern, dass das nicht mit leblosem oder indirektem Klang zu verwechseln ist: Insgesamt ist die Abstimmung sehr balanciert.

Untergeschoss
Einen satten, runden Klang kann ich im Bassbereich nicht ausmachen, doch kantig oder kurzatmig ist er ebenfalls nicht. Allenfalls mit einer leichten zusätzlichen Portion Schub im Bereich zwischen 50 und 150 Hertz sorgt der NAD für ein etwas kräftigeres Feeling – so auch bei den tieferen Grundtönen der männlichen Stimmen oder von Gitarren. Allerdings sei angemerkt, dass im Bass und Tiefbass die Einflüsse von Lautsprechern und ihrer Interaktion mit dem Raum deutlich größer sind als die Unterschiede von aktuellen Streaming-Verstärkern.

Räumlichkeit
Was die Bühnendarstellung angeht, kann der NAD M10 V2 absolut überzeugen, wobei die Breite des Bildes minimal besser gezeichnet wird als die Tiefe. Bei der Schnittke-Symphonie fällt das auf, wenn der Chor mit allen Stimmen am musikalischen Vortrag beteiligt wird. Schön gleichmäßig und durchaus über die Lautsprecherpositionen hinaus wird er dargestellt, wölbt sich weder nach vorne noch duckt er sich in der Mitte nach hinten weg. Die Auskleidung des Raumes mit rückwärtigen Reflexionen und Diffusschall wirkt etwas näher als mit manch anderem Verstärker, neigt aber auch nicht dazu, einlullend oder wollig rüberzukommen.

Testfazit
Der NAD M10 V2 ist ein Streaming-Amp, der in vielen Wohnzimmern eine gute Figur machen dürfte. Er nimmt Signale über kabellose und -gebundene Netzwerke, Analog- und Digitalschnittstellen, Bluetooth und HDMI entgegen, und auch ausgabeseitig stehen viele Möglichkeiten offen. Auf Phono-In und Kopfhörer-Out wurde allerdings verzichtet. Bedienen lässt er sich einfach und bequem per Touchscreen am Gerät, Fernbedienung, Mobilgerät-App oder vom Computer aus.

Dass der M10 V2 der Toplinie in NADs Portfolio, der Masters-Serie, zugerechnet wird, ist absolut gerechtfertigt. Tonal drückt er einer Hörkette keinen Stempel auf, sondern setzt weitgehend auf Neutralität. Abweichungen sind allenfalls in leichten Nuancen auszumachen, wie etwa ein minimal kräftigerer Bass- und Tiefmittenbereich sowie leicht mildere Präsenzen und eine gewisse Sanftheit im Luftband.

Ein echter Vorteil ist zudem, dass der NAD mit einem Messmikrofon und einer Lizenz für die Dirac-Software ausgeliefert wird, sodass sich eine Einmessung auf den jeweiligen Hörraum leicht durchführen lässt. Fazit: Für 2.999 Euro erhält man hier ein wirklich vielseitiges, hochwertig klingendes Gerät mit nur geringen Abmessungen – und trotzdem wirkt der NAD wie ein Augenmagnet.

NADs M10v2…

  • spielt tonal sehr ausgeglichen – und dies im gesamten Lautstärkebereich und in allen Ein- und Ausgangskombinationen.
  • nimmt minimal die Höhen und Hochmitten zurück und ist ganz, ganz leicht verhalten, was die Detaildarstellung in diesem Teil des Spektrums angeht.
  • gibt im Grundton straff-kräftig wieder und zeigt auch im Bass ein wenig mehr Pegel. Der Tiefton des M10 V2 besitzt einen ‚halbtrockenen‘ Charakter: definiert, aber doch weit entfernt davon, eckig und mechanisch zu spielen.
  • kann dynamisch in jeder Hinsicht überzeugen. Das Gerät zeigt auch in dieser Disziplin, dass es ausgewogen aufgestellt ist.
  • verfügt über eine etwas bessere Breiten- als Tiefendarstellung, beides befindet sich aber auf dem hohen Niveau, das in dieser Preisklasse üblich ist.
  • ist preislich fair aufgestellt, bietet eine Vielzahl an Ein- und Ausgängen und lässt sich auf unterschiedliche Arten bequem bedienen.“

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